Impfschutz gehört zur Vorsorge.
Und manchmal verändert sich der Bedarf mit der Lebensphase.
Wann haben Sie zuletzt in Ihren Impfpass geschaut? Viele Impfungen begleiten uns seit der Kindheit. Andere werden in bestimmten Lebensphasen besonders relevant – etwa vor einer Schwangerschaft, während einer Schwangerschaft, aufgrund des Alters oder weil eine Auffrischung ansteht.
Auch die Jahreszeit kann eine Rolle spielen. Deshalb gehört für uns der Blick auf den Impfstatus zur Vorsorge. In unserer Praxis bieten wir verschiedene Schutzimpfungen für Frauen sowie ausgewählte Impfungen für Kinder und Erwachsene an.
Sie müssen nicht wissen, welche Impfung Ihnen fehlt. Bringen Sie Ihren Impfpass mit. Wir schauen gemeinsam darauf.

HPV-Impfung: Schutz frühzeitig aufbauen
Humane Papillomviren, kurz HPV, sind weit verbreitet. Einige Typen können Gebärmutterhalskrebs und andere Krebserkrankungen verursachen. Die Impfung schützt vor Infektionen mit bestimmten HPV-Typen. Am besten wirkt sie, wenn noch kein Kontakt mit diesen Viren stattgefunden hat.
Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollen vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden. Es ist sinnvoll, den Schutz früh aufzubauen: Auf erste Pubertätszeichen oder den Beginn sexueller Kontakte muss nicht gewartet werden.
Bei Beginn der Impfserie im Alter von 9 bis 14 Jahren sind in der Regel zwei Impfungen mit mindestens fünf Monaten Abstand erforderlich. Ab einem Beginn mit 15 Jahren werden drei Dosen benötigt. Eine unterbrochene Serie muss normalerweise nicht neu begonnen werden. Wir prüfen anhand des Impfpasses, welche Dosen noch fehlen.
Eine vorhandene HPV-Infektion wird durch die Impfung nicht behandelt. Auch nach vollständiger Impfung bleibt die Krebsfrüherkennung wichtig.
Bringen Sie zur Beratung Ihren Impfpass mit. Fragen zur Impfung können Sie auch in der Mädchensprechstunde besprechen.
Häufige Fragen zur HPV-Impfung
Was bedeutet ein positiver HPV-Test?
Er weist eine HPV-Infektion nach, nicht automatisch eine Krebserkrankung. Ob und wann weitere Kontrollen nötig sind, hängt vom Befund und Ihrer Situation ab. Lassen Sie sich den Befund ärztlich erklären.
Quelle: RKI-Ratgeber, Diagnostik und klinische Symptomatik
Wann ist die HPV-Impfung empfohlen?
Für Mädchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollen vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden.
Quelle: RKI-Ratgeber, STIKO-Empfehlungen
Muss ich bis zur Pubertät oder zum ersten Sex warten?
Nein. Die Impfung soll möglichst vor einer Ansteckung schützen. Sie kann ab dem empfohlenen Alter von 9 Jahren erfolgen.
Quelle: RKI-Ratgeber, Impfung
Wie viele Impfungen brauche ich?
Bei Beginn mit 9 bis 14 Jahren sind normalerweise zwei Dosen mit mindestens fünf Monaten Abstand nötig; ab Beginn mit 15 Jahren drei. Bei zu kurzem Abstand oder besonderen gesundheitlichen Voraussetzungen prüfen wir das Schema individuell.
Quelle: RKI-Ratgeber und RKI-Faktenblatt
Muss ich nach einer längeren Pause neu anfangen?
Eine begonnene Impfserie wird in der Regel fortgesetzt. Für die Zahl der Dosen ist das Alter bei der ersten Impfung maßgeblich. Bringen Sie vorhandene Impfnachweise mit.
Quelle: RKI-Faktenblatt
Behandelt die Impfung eine bestehende HPV-Infektion?
Nein. Zugelassene HPV-Impfstoffe sind zur Vorbeugung bestimmt. Sie beseitigen keine vorhandene Infektion und behandeln keine bestehenden Zellveränderungen.
Quelle: RKI-Ratgeber, Therapie
Muss ich trotz Impfung zur Krebsfrüherkennung?
Ja. Die Impfung schützt nicht vor sämtlichen krebsauslösenden HPV-Typen. Die vorgesehenen Früherkennungsuntersuchungen bleiben wichtig.
Quelle: RKI-Faktenblatt
Schützen Kondome zuverlässig vor HPV?
Sie können das Übertragungsrisiko verringern, verhindern eine Infektion aber nicht sicher. HPV können auch über Hautbereiche übertragen werden, die ein Kondom nicht bedeckt.
Quelle: RKI-Faktenblatt
Ist eine Impfung ab 18 noch sinnvoll?
Das kann im Einzelfall zutreffen. Der erwartete Nutzen wird ärztlich anhand Ihrer Situation abgewogen; die Kostenübernahme ist vorab zu klären. Eine pauschale Impfempfehlung für alle Erwachsenen folgt daraus nicht.
Quelle: RKI-Ratgeber, Personen ab 18 Jahren
Verhindert eine Impfung nach Konisation neue Zellveränderungen?
Das lässt sich derzeit nicht sicher beantworten. Der RKI-Ratgeber beschreibt widersprüchliche Ergebnisse und eine begrenzte Qualität der bisherigen Studien. Besprechen Sie die individuelle Entscheidung mit Ihrer Ärztin. Vorgesehene Nachkontrollen bleiben erforderlich.
Quelle: RKI-Ratgeber, HPV-Impfung nach Konisation
HPV-Informationen zum Weiterlesen
Beim Robert Koch-Institut finden Sie Informationen zur HPV-Impfung und Aufklärungsunterlagen in verschiedenen Sprachen. Sie können diese zur Vorbereitung auf das Gespräch nutzen. Die Unterlagen ersetzen keine persönliche Impfaufklärung.
Vor einer Schwangerschaft
Ein guter Zeitpunkt für einen Blick in den Impfpass.
Wer über eine Schwangerschaft nachdenkt, beschäftigt sich häufig mit Folsäure, Ernährung und dem Zyklus. Auch der Impfstatus gehört dazu. Besondere Aufmerksamkeit können unter anderem der Schutz gegen Röteln und Varizellen verdienen.
MMR – Masern, Mumps und Röteln
Die Kombinationsimpfung schützt gegen Masern, Mumps und Röteln. Gerade der Schutz gegen Röteln ist im Zusammenhang mit einer späteren Schwangerschaft von besonderer Bedeutung. Welche Impfungen erforderlich sind, hängt vom vorhandenen Impfstatus ab.
Varizellen – Windpocken
Auch der Immunstatus gegenüber Varizellen kann bei Kinderwunsch relevant sein.
MMR- und Varizellen-Impfstoffe sind Lebendimpfstoffe und dürfen während einer Schwangerschaft nicht verabreicht werden. Deshalb ist die Prüfung des Impfstatus möglichst vor Eintritt einer Schwangerschaft sinnvoll.
Impfungen in der Schwangerschaft
Schwangerschaft bedeutet nicht grundsätzlich: nicht impfen.
Im Gegenteil. Einige Impfungen haben gerade während einer Schwangerschaft einen besonderen Stellenwert. Welche Impfung wann empfohlen wird, richtet sich nach den aktuellen STIKO-Empfehlungen und der individuellen Situation.
Pertussis – Keuchhusten
Die STIKO empfiehlt die Pertussis-Impfung in jeder Schwangerschaft, unabhängig davon, wann zuletzt gegen Pertussis geimpft wurde. Sie erfolgt in der Regel zu Beginn des dritten Schwangerschaftsdrittels. Besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt, kann eine frühere Impfung im zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen sein. In der Praxis stehen entsprechende Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung.
Influenza
Auch die saisonale Grippeschutzimpfung kann während der Schwangerschaft empfohlen sein. Für gesunde Schwangere empfiehlt die STIKO die saisonale Influenza-Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Bei bestimmten gesundheitlichen Risiken kann sie bereits ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel angezeigt sein.
Grippeschutz
Jedes Jahr neu daran denken.
Die echte Grippe – Influenza – ist nicht mit einer gewöhnlichen Erkältung gleichzusetzen. Da sich die zirkulierenden Influenzaviren verändern können, wird die Zusammensetzung der saisonalen Impfstoffe regelmäßig angepasst. Deshalb gehört die Grippeimpfung zu den Impfungen, die jedes Jahr neu betrachtet werden.
Ob eine Impfung empfohlen oder individuell sinnvoll ist, hängt unter anderem ab von:
- Alter
- Schwangerschaft
- Vorerkrankungen
- beruflicher Situation
- individuellen Risiken
Machen Sie den Herbst zu Ihrem persönlichen Impfpass-Check.
FSME
Nicht erst an Zecken denken, wenn Sie schon unterwegs sind.
FSME – Frühsommer-Meningoenzephalitis – kann durch Zecken übertragen werden. Die Impfung kann insbesondere für Menschen relevant sein, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten und dort gegenüber Zecken exponiert sind.
Bei uns für Erwachsene UND Kinder.
Für den Aufbau eines Impfschutzes können mehrere Impfungen erforderlich sein. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich rechtzeitig vor der Zeckensaison oder vor einem geplanten Aufenthalt in einem Risikogebiet mit dem Thema zu beschäftigen. Das konkrete Impfschema richtet sich unter anderem nach Alter, verwendetem Impfstoff und bisherigem Impfstatus.
FSME-Impfung anfragenManche Impfungen haben keine Saison.
Entscheidend ist, wann Sie zuletzt geimpft wurden.
Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Poliomyelitis gehören zu den Impfungen, bei denen der individuelle Impfstatus entscheidend ist.
In unserer Praxis stehen hierfür unter anderem die Kombinationsimpfstoffe Repevax und Boostrix Polio zur Verfügung. Diese kombinieren Impfkomponenten gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Poliomyelitis. Welche Komponenten bei Ihnen tatsächlich erforderlich sind, hängt vom bisherigen Impfstatus und den jeweils aktuellen Empfehlungen ab.
Unsere Impfungen auf einen Blick
Welche Impfung wann besonders relevant sein kann.
HPV
Schutz vor bestimmten humanen Papillomviren
Besonders relevant: Kindes- und Jugendalter
Empfohlen für Mädchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren; versäumte Impfungen vor dem 18. Geburtstag nachholen. Impfpass und Vollständigkeit der Serie prüfen lassen.
Zur Mädchensprechstunde →MMR – Masern, Mumps, Röteln
Kombinationsimpfung, Rötelnschutz vor einer Schwangerschaft
Besonders relevant: Impfstatus allgemein und vor einer Schwangerschaft prüfen
Lebendimpfstoff – während einer Schwangerschaft nicht zugelassen. Prüfung möglichst vor Eintritt einer Schwangerschaft.
Mehr zum Thema Kinderwunsch →Varizellen – Windpocken
Immunstatus insbesondere bei Kinderwunsch
Besonders relevant: insbesondere vor einer Schwangerschaft auf Immunität bzw. Impfstatus achten
Lebendimpfstoff – während einer Schwangerschaft nicht zugelassen.
Influenza – Grippeschutz
Saisonale Impfung, jedes Jahr neu betrachtet
Besonders relevant: saisonal, insbesondere Herbst/Winter und für empfohlene Personengruppen
Für gesunde Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen; bei bestimmten gesundheitlichen Risiken bereits ab dem ersten Drittel.
Mehr zur Grippeschutzimpfung →FSME
Frühsommer-Meningoenzephalitis – für Kinder und Erwachsene
Besonders relevant: bei entsprechender Zeckenexposition in Risikogebieten; Kinder & Erwachsene
Der Aufbau eines Impfschutzes erfordert in der Regel mehrere Impfungen; das Schema richtet sich nach Alter, Impfstoff und bisherigem Impfstatus.
Tetanus · Diphtherie · Pertussis · Polio
Auffrischimpfungen; in der Praxis u. a. Repevax und Boostrix Polio verfügbar
Besonders relevant: ganzjährig entsprechend Impf- und Auffrischstatus
Welche Komponenten erforderlich sind, hängt vom bisherigen Impfstatus und den aktuellen Empfehlungen ab.
Pertussis in der Schwangerschaft
Keuchhusten-Impfung in jeder Schwangerschaft
Besonders relevant: in jeder Schwangerschaft gemäß aktueller Empfehlung
Empfohlen in jeder Schwangerschaft, in der Regel zu Beginn des dritten Schwangerschaftsdrittels; bei erhöhter Frühgeburtlichkeitswahrscheinlichkeit ggf. bereits im zweiten Drittel.
Zur Schwangerschaftsbetreuung →Nicht jede Spritze ist eine Impfung.
Neben Schutzimpfungen führen wir in unserer Praxis weitere Injektionen durch. Dazu gehören unter anderem die Rhesusprophylaxe in der Schwangerschaft und die Dreimonatsspritze zur Empfängnisverhütung. Diese Leistungen sind keine Impfungen.
Rhophylac 300
Anti-D-Prophylaxe bei Rhesuskonstellationen
Rhophylac 300 ist kein Impfstoff, sondern ein Anti-D-Immunglobulin.
Es wird im Rahmen der Rhesusprophylaxe eingesetzt, um bei entsprechenden Konstellationen eine Immunisierung einer rhesusnegativen Schwangeren gegen rhesuspositive rote Blutkörperchen zu verhindern.
Ob und wann eine Anti-D-Prophylaxe erforderlich ist, ergibt sich aus der individuellen Schwangerschaftsbetreuung und Diagnostik.
Sayana
Die Dreimonatsspritze zur Verhütung.
Sayana ist keine Impfung, sondern ein hormonelles Verhütungsmittel mit Depotwirkung.
Ob die Dreimonatsspritze zu einer Frau und ihrer Lebenssituation passt, sollte individuell besprochen werden.
Dabei können mögliche Vorteile, Nachteile, Risiken, Nebenwirkungen und Alternativen gemeinsam betrachtet werden.
Wann haben Sie zuletzt in Ihren Impfpass geschaut?
Vielleicht fehlt gar nichts. Vielleicht aber eine Impfung, an die Sie lange nicht gedacht haben.
Sie müssen Impfintervalle und Empfehlungen nicht selbst kennen. Bringen Sie – wenn vorhanden – Ihren Impfpass mit. Wir schauen gemeinsam darauf.
Impfpass einpacken. Den Rest schauen wir uns gemeinsam an.
Impfpass-Check vereinbaren- 01Impfpass mitbringen
- 02Impfstatus prüfen
- 03Lebensphase berücksichtigen
- 04offene Impfungen besprechen
- 05wenn sinnvoll und gewünscht impfen
Was wir beim Impfpass-Check betrachten
- ·Was ist dokumentiert?
- ·Ist die Grundimmunisierung vollständig?
- ·Welche Auffrischungen könnten anstehen?
- ·Gibt es Besonderheiten bei Kinderwunsch?
- ·Gibt es Besonderheiten während einer Schwangerschaft?
- ·Ist eine saisonale Impfung relevant?
- ·Bestehen individuelle Risiken?
- ·Gibt es einen geplanten Aufenthalt in einem FSME-Risikogebiet?
Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung und trifft keine individuelle Impfentscheidung. Ob eine Impfung für Sie infrage kommt, wird gemeinsam im Gespräch besprochen.
Impfungen im Jahresverlauf
Eine Erinnerung – keine Einschränkung auf bestimmte Monate.
Januar – Februar
Impfstatus grundsätzlich ganzjährig prüfen
März – April – Mai
FSME / Zeckensaison rechtzeitig berücksichtigen
Juni – Juli – August
FSME weiterhin relevant bei entsprechender Exposition
September – Oktober – November
Grippeschutz / saisonaler Impfpass-Check
Dezember
Influenza-Saison berücksichtigen
Ganzjährig
HPV · MMR · Varizellen · Tetanus · Diphtherie · Pertussis · Polio
Impfungen sind nicht auf die genannten Monate beschränkt. Der Jahresnavigator dient nur der Orientierung.
Impfberatung als Teil der Lebensphasenbegleitung
Häufige Fragen zu Impfungen
Impfempfehlungen können sich ändern. Die Inhalte dieser Seite orientieren sich an den jeweils aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung.
Vorsorge bedeutet auch, an morgen zu denken.
Manche Impfungen werden jedes Jahr relevant. Andere vielleicht nur wenige Male im Leben. Und manche werden durch eine neue Lebensphase plötzlich besonders wichtig. Deshalb möchten wir Impfungen nicht isoliert betrachten. Sie sind Teil Ihrer persönlichen Gesundheitsvorsorge.
Impfpass einpacken. Wir schauen gemeinsam darauf.
Welche Impfung wann sinnvoll oder empfohlen ist, hängt von Ihrer individuellen Situation und den aktuellen Impfempfehlungen ab. Wir helfen Ihnen dabei, den Überblick zu behalten.
Dr. med. Jana Frost
Gesundheitszentrum für Frauengesundheit
Impfschutz
überprüfen lassen
Sagen Sie uns kurz, worum es geht – wir melden uns innerhalb von 24 Stunden. Bringen Sie zum Termin gerne Ihren Impfpass mit.
Bitte senden Sie uns keine sensiblen Gesundheitsdaten über das Formular. Ihren Impfpass und relevante Befunde bringen Sie am besten zum Termin mit.
